Die Kosten für Saatgut sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Die eigene Saatgutproduktion ermöglicht erhebliche Einsparungen und die Erneuerung der Genetik durch den Kauf neuer Sorten
Warum eigenes Saatgut produzieren?
- Produktionskosten senken: Der Preis für Saatgut kann einen erheblichen Teil des Budgets eines Landwirts ausmachen. Durch die eigene Saatgutproduktion lassen sich diese Kosten erheblich senken.
- Autonomie verbessern: Durch die eigene Saatgutproduktion sind Landwirte weniger abhängig. Dies ermöglicht ihnen, an Autonomie zu gewinnen und ihre Produktion besser zu kontrollieren.
- An das Klima und den Boden angepasstes Saatgut erhalten: Durch die Auswahl der leistungsfähigsten Pflanzen auf dem eigenen Feld können Landwirte Saatgut erhalten, das besser an ihr Klima und ihren Boden angepasst ist.
Für bestimmte Arten wie Sonnenblumen, Mais oder Raps haben sich Hybriden auf dem Markt durchgesetzt, da der Ertragsunterschied auf Hybridisierungseffekte zurückzuführen ist. Bei Getreide wie Weizen, Gerste oder Luzerne bringt die Hybridisierung jedoch keinen ausreichenden Mehrwert, und diese sogenannten selbstbefruchtenden Arten können ohne Verlust des genetischen Potenzials wieder ausgesät werden.
Qualitätssaatgut ist reines Saatgut, d.h. es ist frei von Fremdsamen oder Samen einer anderen Sorte. Darüber hinaus ist seine Keimrate hoch, sie sollte über 85 % liegen.
Jeder Schritt von der Ernte bis zur nächsten Aussaat muss bestimmte Regeln einhalten, um die gewünschte Qualität zu erzielen.
Bestimmte bewährte Verfahren sind einzuhalten, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.
Bewährte Verfahren zur Saatgutproduktion
Anbaubedingungen:
Saubere Kulturen pflegen, um die Reinigung zu erleichtern, indem Unkräuter wie der Flughafer kontrolliert werden, der sich sonst nur schwer vom guten Korn trennen lässt.
Ernte:
Samen bei voller Reife ernten, um eine gute Keimung zu gewährleisten.
- Ernten bei Regen oder wenn die Samen feucht sind, vermeiden.
- Die saubersten und vielversprechendsten Parzellen in Behältern und im Lager isolieren, um die Auswahl und die Endqualität zu verbessern.
- Werkzeuge und Dreschmaschine reinigen, um das Mischen von Sorten zu vermeiden. Beginnen Sie damit, eine Parzelle derselben Sorte zu bearbeiten, deren Samen Sie jedoch nicht behalten, um das Risiko zu minimieren. Verwenden Sie anschließend einen anderen Anhänger oder Behälter, um Ihre Saatgutpartie zu isolieren.
Reinigung:
- Schmutz, missgebildete oder kranke Samen entfernen. Dies kann mit Unterstützung eines externen Unternehmens (Lohnreiniger) erfolgen, das auf Ihren Hof kommt, oder zumindest eine Gebläseanlage beim Entleeren der Behälter in die Förderschnecke einsetzen, um Verunreinigungen zu entfernen. Eine Sortiermaschine wird zusätzlich schwerere Fremdsamen sowie grobe Verunreinigungen aussortieren.
- Behälter reinigen, um die Entwicklung von Insekten oder Staubansammlungen in den Ecken zu vermeiden.
Lagerung:
- Samen vor Feuchtigkeit geschützt lagern, indem erhöhte Trichter oder Silos verwendet werden.
- Sicherstellen, dass die Behälter vor der Lagerung sauber, trocken und rissfrei sind.
- Lagerstätten verschließen, um Schädlingen wie Mäusen, Ratten und Vögeln den Zugang zu verwehren.
Trocknung:
- Samen nach der Ernte schnell trocknen, um Schimmelbildung zu vermeiden.
- Trocknungsmethoden an der Luft an einem trockenen und belüfteten Ort mittels Trichtern oder kleinen Silos anwenden.
- Die Feuchtigkeit der Samen überprüfen, die für die Lagerung niedrig sein muss (normalerweise zwischen 8-12%), um die Ausbreitung von Insekten und Schimmel zu verhindern.
Prävention und Überwachung:
- Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen wie Insektenfallen und physische Barrieren einführen.
- Regelmäßige Inspektionen durchführen, um Anzeichen von Schädlingen oder Nagetieren zu erkennen.
Behandlung:
- Behandlungen wie Kieselgur verwenden, um Samen vor Insekten zu schützen.
- Im Falle eines Befalls die Samen mit zugelassenen Pestiziden gemäß den empfohlenen Dosen behandeln
Vorbereitung für die Aussaat:
- Keimfähigkeit vor der Aussaat testen, um die Lebensfähigkeit der Samen zu gewährleisten. Eine Samenprobe keimen lassen, um die Keimrate zu überprüfen.
- Samen bei Bedarf gegen Krankheiten und Schädlinge behandeln.
Für weitere Informationen
Die Bedeutung der Massenselektion: Die Massenselektion besteht darin, Samen von einer Gruppe von Pflanzen zu entnehmen, die die gewünschten Eigenschaften aufweisen. Diese Technik ermöglicht es, die Qualität des Saatguts über Generationen hinweg schrittweise zu verbessern.
Der Vorteil, Samen auf dem eigenen Terroir zu testen: Sorten werden oft so ausgewählt, dass sie an bestimmte Klima- und Bodenbedingungen angepasst sind, aber es ist auch entscheidend, Kriterien wie Geschmacks- und Nährwerte zu berücksichtigen, insbesondere für diejenigen, die ihr eigenes Getreide verarbeiten. Dies gilt nicht nur für Tomaten, wie oft angenommen, sondern auch für Weizen bei Bauernbäckern oder Brauern.
Haltbarkeit von Saatgut: Die Haltbarkeit variiert je nach Pflanzenart, aber im Allgemeinen kann Saatgut bei geeigneten Lagerbedingungen mehrere Jahre gelagert werden.
Die Notwendigkeit der Weiterbildung: Die Produktion von Qualitätssaatgut erfordert ein gewisses Know-how. Es ist wichtig, sich bei anderen Landwirten, Organisationen von Bauernsaatguterzeugern oder landwirtschaftlichen Institutionen weiterzubilden.
Durch die Anwendung dieser bewährten Lagerungspraktiken für große Mengen können Sie die Qualität und Langlebigkeit Ihres Saatguts sicherstellen und so zum Erfolg Ihrer zukünftigen Ernten und zur Verbesserung Ihrer Einnahmen beitragen.
